Notwendige Katzenverordnung auf den Weg gebracht

Freilaufende Katze Bild: Silke Depker

Am Donnerstag, den 6. Februar 2020 hat der Ausschuss für Feuerwehren, Öffentliche Sicherheit und Ordnung der Gemeinde Bad Essen über die Schaffung einer Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen für das Gebiet der Gemeinde Bad Essen beraten. Diese hatte die SPD-Gemeinderatsfraktion im Oktober 2019 beantragt.

Das Problem ist mittlerweile vielen bekannt: verwilderte Katzen vermehren sich übermäßig, werden krank und halb verhungert aufgefunden und stellen an sogenannten „Hot-Spots“ durch Verschmutzungen und nächtlichen Lärm ein Ärgernis für Anwohner dar. Ein anschauliches Beispiel ist ein Grundstück in der Ortschaft Bad Essen, auf dem sich geschätzt 50 Katzen aufhalten. Sie leben dort halbwild und warten auf Futter. Das zur Verfügung gestellte Futter und die fehlende sonstige Versorgung führen zu weiteren Problemen. So vermehrt sich die Population immer mehr. Dort und in der weiteren Umgebung mischen sich bei den Bürgerinnen und Bürgern Ärger um die Verschmutzungen und Sorge um die verwahrlosten Tiere. Das Problem ist, die Eigentumsverhältnisse der Katzen zu bestimmen. Per Gesetz ist derjenige, der die Tiere füttert, für diese Tiere verantwortlich. Das heißt, dass er/sie auch im Fall einer Kastrationsmaßnahme für die Kosten aufkommen muss.

Fachleute weisen seit Jahren darauf hin, das sogenannte „Freigängerkatzen“ unbedingt gechipt und kastriert sein sollen, um die Eigentums- und Verantwortungsfrage eindeutig zu klären. Nur so ist die Verelendung der Katzen, die ohne Halter sind, zu verringern.

Aufmerksame Bürgerinnen und Bürger haben sich bereits 2019 mehrfach an die Politik gewandt, um die politischen Gremien in Bad Essen zu aktivieren. Aufgrund dieser Problemlage hat die SPD-Gemeinderatsfraktion dann den Antrag, der auch von der Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen unterstützt wurde, beim Bürgermeister Bad Essens, Timo Natemeyer, gestellt.

Dieser Antrag fand daraufhin Eingang in den Ausschuss für Feuerwehren, öffentliche Sicherheit und Ordnung und wurde mit kleineren Änderungen in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Als Experten waren an diesem Tag Herr Muris, Vertreter des Katzenschutzbundes und Herr Dr. Fritzemeier, Amtstierarzt des Landkreises Osnabrück, eingeladen, bezogen Stellung und konnten noch offene Fragen der Ausschussmitglieder beantworten. Dass dieses Thema Interesse in der Bürgerschaft hat war auch hier zu spüren, denn eine Vielzahl von Zuhörer*innen nahmen an der Sitzung teil.

Wir als SPD Gemeinde Bad Essen freuen uns sehr, dass unsere Fraktion die Verordnung auf den Weg gebracht hat. Anhand der Zusprüche und der sehr positiven Resonanz der Zuhörer/innen während der Sitzung merkt man, dass dies ein wichtiges Thema in der Bad Essener Bevölkerung darstellt. Inwieweit das „Katzenproblem“ behoben werden kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Aber der Grundstein ist gelegt. Jetzt müssen Verwaltung und Fürsprecher dranbleiben und Aufklärung gegenüber den Bürger*innen betreiben, sei es zum Beispiel in Form von Presseartikeln online und in Printmedien, Auslegung von Informationen in Arztpraxen, öffentlichen Gebäuden und anderen Stellen.

Abzuwarten bleibt nun noch, wie der Bad Essener Rat in seiner März-Sitzung darüber abstimmen wird. Mit der Empfehlung des Ausschusses gehen wir aber von einem positiven Ergebnis aus, so dass die Verordnung dann hoffentlich auch am 1. Juli 2020 in Kraft treten kann.

Nähere Informationen zu Antrags- und Sitzungsunterlagen der Ausschusssitzung finden Sie im Ratsinformationssystem der Gemeinde Bad Essen unter folgendem Link: https://badessenris.itebo.de/bi/to0040.asp?__ksinr=640